Kleine Räume umnutzen: Flächen für einen begehbaren Schrank
Ein begehbarer Kleiderschrank ist für viele ein Wunsch, scheitert aber oft an der Frage nach dem passenden Ort. Wer in einer Mietwohnung oder einem älteren Haus lebt, hat selten einen freien Raum, der nur auf Kleidung wartet. Die Lösung liegt meist darin, vorhandene Flächen neu zu denken. Nicht jeder Raum eignet sich gleich gut, und manche Umnutzung ist mit wenig Aufwand möglich, während andere einen Eingriff in die Bausubstanz erfordern.
Am häufigsten wird die Abstellkammer zum Kandidaten. Sie ist meist klein, fensterlos und wird oft nur als Lager für Dinge genutzt, die selten gebraucht werden. Genau hier lohnt sich der zweite Blick: Wer einen Abstellraum zum begehbaren Kleiderschrank umbaut, gewinnt Stauraum, ohne Wohnfläche zu opfern. Entscheidend sind dabei drei Punkte: die lichte Tiefe von mindestens 60 Zentimetern für Kleiderbügel, eine funktionierende Belüftung gegen Feuchtigkeit und eine Lichtlösung, die auch ohne Tageslicht brauchbar ist. Eine einfache Deckenleuchte reicht selten aus, besser sind LED-Profile an den Regalvorderkanten.
Neben der Abstellkammer kommen weitere Flächen infrage. Ein tiefes Stück Diele, das ohnehin nur als Durchgang dient, lässt sich mit Schiebetüren abtrennen. Auch ein Teil eines großen Schlafzimmers kann abgeteilt werden, wenn die Raumhöhe es zulässt und die Heizung nicht im Weg ist. Weniger geeignet sind Durchgangsräume mit starkem Verkehr oder Bereiche direkt neben der Küche, weil Gerüche und Fett in Textilien ziehen. Ein Kellerraum funktioniert nur, wenn er trocken ist und sich beheizen lässt, sonst leiden Kleidung und Schuhe.
Vor dem Umbau sollte die Statik geprüft werden, sobald Wände versetzt oder Türen verbreitert werden. Bei Mietwohnungen ist die Zustimmung des Vermieters nötig, besonders wenn Belüftung oder Elektrik verändert werden. Wer diese Punkte früh klärt, spart später Ärger und Geld. Ein begehbarer Schrank auf kleiner Fläche ist kein Luxus, sondern eine Frage der Planung.